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Letzte Hilfe Kurs 14.04.2018


Bericht SWP "Letzte Hilfe Kurs" 14.04.2018 

Ich war nicht allein, als meine Mutter damals starb“, erinnert sich Gertrud Reindl. Eine evangelische Seelsorgerin habe sie begleitet: „Sie vermittelte mir das Gefühl, dass Sterben zum Leben gehört“, sagt sie mit großer Dankbarkeit. Und genau das will die Erbacherin als nun selbst ehrenamtliche Sterbebegleiterin weitergeben.

„Wir hatten das Thema daheim immer ausgeklammert“, meint sie am Ende des von der Hospizgruppe Iller-Weihung initiierten Kurses „Letzte Hilfe“ im Kloster Brandenburg. Man könne nicht oft genug Impulse in Theorie und Praxis bekommen, vor allem von dieser Qualität, beschreibt sie ihre Motivation für die Teilnahme. Zdenka Gold, eigens aus Ottobeuren angereist, erklärt im Gespräch: Sie werde sich wieder neu mit dem Thema Tod beschäftigen. Nicht nur, was eine Patientenverfügung anbelange. Vieles sei ihr nicht bekannt gewesen. „Ich sollte das nicht aufschieben.“

Für die beiden Kursleiterinnen, Bettina Müller und Angelika Erath-Vogt, ist dieser Vormittag eine Premiere. Basiswissen über Sterben, Tod und Trauer steht im Mittelpunkt. Genauso aber möchten sie ermutigen, sich den Menschen am Lebensende und im Sterben zuzuwenden. „Oft spüren wir Überforderung und Unsicherheit in unserer täglichen Arbeit, wenn die aktuelle Situation da ist“, sagt Bettina Müller, die Koordinatorin und Einsatzleiterin der Hospizgruppe Iller-Weihung. Spreche man innerhalb der Familie über den Tod und das Sterben, nehme das auch Ängste und Hilflosigkeit. Kommuniziert werden sollten auch die Bedürfnisse in der letzten Lebensetappe, rät sie, damit darauf eingegangen werden könne. „Das gibt etwas Sicherheit und ist hilfreich, dass die Wünsche klar sind.“

Angelika Erath-Vogt, ehrenamtliche Hospizbegleiterin, erzählt aus der Praxis: Werde das Thema ausgeklammert, nehmen man sich auch etwas. Es sei schade, „wenn man meint, alles auf den letzten Drücker erledigen zu können.“ Beide Kursleiterinnen betonen: „Man kann viel tun in dieser letzten Phase.“ Dinge regeln, planen, klären, Bedürfnisse darstellen – all dies gehöre dazu. Die Hospizbegleiterinnen würden sich wünschen, „früher Entlastung zu bringen, nicht erst, wenn alle überfordert sind.“

Hinweis auf regionale Netzwerke

Das vierstündige Seminar soll helfen, „Ängste, die vielleicht da sind, abzubauen“, wie Angelika Erath-Vogt hofft. Vier Module sollen dem Rechnung tragen: Behandelt werden dabei unter anderem Fragen wie „Wann beginnt Sterben?“ Oder: „Wie gehen wir mit unserer eigenen Trauer um?“ Angesprochen werden jedoch ebenso ganz essentielle praktische Dinge wie „Essen und Trinken am Lebensende“, und, ganz wichtig, auch gute Mundpflege wollen Müller und Erath-Vogt zeigen. Vorgestellt werden zudem die regionalen Netzwerkpartner.

Ziel der Referentinnen ist es, zum Dialog anzuregen: „Die Leute sollen bei diesem Thema nicht zumachen“, sagt Bettina Müller. Der Kurs sei ein Schritt, um einen Prozess in Gang zu bringen. Die Inhalte könnten angesichts der kurzen Zeit freilich nur angerissen werden. Wichtig für die Vertreterinnen der Hospizgruppe Iller-Weihung: „Wir möchten Ansprechpartner sein, denn das gehört zur Hospizarbeit.“ Nicht unerwähnt lassen sie, dass auf ihrer Wunschliste auch immer neue ehrenamtliche Mitarbeiter stünden.

Am Ende des Seminars gibt es nur positive Stimmen. Eine der 27 Teilnehmer ist Nicola Hinterkircher, deren Vater erst im Januar an Krebs gestorben ist. „Ich habe im Kurs alle Antworten gefunden“, resümiert die Vöhringerin. Unter anderem habe sie sich die Frage gestellt, ob sie ihn gut in den Tod begleitet habe. „Ich bin erleichtert“, sagt sie. Gertrud Reindl würde sich wünschen, dass der Hospizgedanke noch mehr ins Interesse der Bevölkerung käme. Und ihre Freundin Anne Braun, die sich ebenfalls in der Hospizgruppe Donau-Schmiechtal engagiert, findet: „Es ist auch eine große Bereicherung, wenn man jemanden begleitet auf seinem letzten Lebensweg.“

Schließlich freuen sich Müller und Erath-Vogt noch über eine gute Nachricht: Eine Kursbesucherin hat sich als ehrenamtliche Hospizbegleiterin angemeldet.

Ausgebildete Hospizbegleiter

Ehrenamt Die Hospizgruppe Iller-Weihung hat 26 ehrenamtlich tätige und ausgebildete Hospizbegleiter, darunter drei Männer. Am 14. Juli und am 20. Oktober sind zwei weitere „Letzte Hilfe“-Kurse geplant.

 

Einander beistehen am Ende des Lebens

Das Sterben eines nahestehenden Menschen macht uns als Mitmenschen oft hilflos. Früher selbstverständliches Wissen zur Sterbebegleitung ist schleichend verloren gegangen und damit auch das Zutrauen, als Mensch und als Gesellschaft Sterbenden beistehen zu können.

Sterbebegleitung ist auch in Familie und Nachbarschaft möglich und nötig: Denn die meisten Menschen möchten zuhause sterben, begleitet von vertrauten Menschen.

Im “Letzte Hilfe Kurs“ lernen Interessierte Bürgerinnen und Bürger, was sie für die ihnen Nahestehenden am Ende des Lebens tun können.

Wir vermitteln Basiswissen zu den Themen Sterben, Tod und Trauer und möchten ermutigen, sich den Menschen am Ende des Lebens und im Sterben zuzuwenden

Kursleitung: Bettina Müller,  Einsatzleitung Hospizgruppe Iller-Weihung

                    Angelika Erath-Vogt,  ehrenamtliche Hospizbegleiterin

Ort: Kloster Brandenburg Iller e.V. 14. April, 14, Juli u. 20. Oktober 2018

Kosten: 10 €,  Anmeldung unter Tel. 07347-955-0 Kloster Brandenburg 
                        

Zeitlicher Umfang: ca. 4 Std mit Pause, 9.00 – 13.00 Uhr

Modul 1:  Sterben gehört zum Leben

  • Wann beginnt Sterben
  • Was passiert beim Sterben
  • Woran erkenne ich, dass jemand stirbt

Modul 2:  Vorsorgen und entscheiden

  • Wie kann ich die Behandlung am Ende beeinflussen und im Voraus entscheiden?
  • Wer kann mich vertreten
  • Medizinische und ethische Entscheidungen

Modul 3:   Leiden lindern

  • Körperliche Beschwerden und Symptome und ihre Linderung
  • Psychische, soziale und spirituelle Nöte und wie ich damit umgehen kann
  • Essen und Trinken am Lebensende

Modul 4:     Abschied nehmen vom Leben

  • Abschied und Rituale
  • Wie gehen wir mit unserer eigenen Trauer um?



Jubilare werden in der Jahresfeier geehrt

Jubiläen 2017

von links nach rechts: Frau Marion Müller (Verabschiedung in Rente), Geschäftsführer Bruno Rueß,  Ute Weithmann 25 Jahre, Irene Pulling 10 Jahre
Marika Zanetti 
10 Jahre, Hiltrud Grabowski Pflegedienstleitung

Die Raiffeisenbank Donau-Iller eG spendet der Kath. Sozialstation „Iller-Weihung“ und der Hospizgruppe jeweils ein Fahrzeug

 

Übergabe VR Mobil 2017

Übergabe der Fahrzeuge in Stuttgart

 Die Kath.Sozialstation Iller-Weihung und die Hospizgruppe „Iller-Weihung“ kann in Zukunft hilfsbedürftige Menschen noch besser unterstützen: Möglich macht dies die Spende von 2 Fahrzeugen „VR-Mobil“ durch die Raiffeisenbank Donau-Iller eG.

 Gestiftet haben die VR-mobile zahlreiche Kunden der Bank, indem sie Monat für Monat Gewinnspar-Lose erworben haben. Die Genossenschaftliche Idee steht für Solidarität und Förderung der Region. Von einem Dauerlos zum Preis von 10,- Euro wandert der Löwenanteil auf das Sparkonto. 20% des Einsatzes sind der Spieleinsatz. Jeden Monat gibt es attraktive Sachpreise (Audi TT + Audi A4…) und Geldpreise bis zu 25.000,- Euro zu gewinnen. Von diesen zwei Euro werden 50 Cent an gemeinnützige Einrichtungen in der Region gespendet.

 Die Katholische Sozialstation „Iller-Weihung“ und die Hospizgruppe „Iller-Weihung“ bedanken sich ganz herzlich für die großzügige Spende.